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Hassismus

Ich sag’s gleich vorab: Ich kenne die Achse-Mitgründer Michael Miersch und Dirk Maxeiner persönlich und halte sie für hervorragende Journalisten. Letzteres trifft auch auf andere der Autoren auf der „Achse des Guten“ zu. Es geht mir hier also in keiner Weise um die Verteufelung einer Gesamt-Publikation – es geht mir nur um die Beiträge, die die Seite immer wieder über den Rand der Polemik hinaus ins hassistische Fahrwasser treiben. Diese sind leider zu häufig (und zu wenig geahndet) als dass sie als Ausraster abgetan werden könnten, es handelt sich eher um „signature moves“.

„Wutjournalismus hat eine weitaus größere Leserschaft als Nachdenklichkeit“, schrieb Michael Miersch, als er sich Anfang 2015 resigniert von der Achse verabschiedete und die Probleme dieser Publikation auf immer noch lesenswerte Weise beschrieb.

Aber genug der Vorrede, begeben wir uns hinein in einen aktuellen Beitrag. Der Text von Oliver Zimski nennt sich „Deutschlands beliebtestes Sado-Maso-Setting“ und spielt auf, Moment, 15 Absätzen das alte Lied von den linken Eliten, die das mit der Islamisierung für „Pipifax“ halten, aber schon auf „Mikrosymptome“ einer rechten Gesinnung „hochsensibel und betroffen reagieren“. Yoah.

Inhaltlich werde ich nicht weiter auf diesen Text eingehen. Das liegt am ersten Satz des 11. Absatzes. Er heißt: „Natürlich ist diese Fixierung auf die NS-Zeit eine pathologische Obsession.“ Als auf „Tichys Einblick“ ein Artikel erschien, der von „pathologisch gestörten Gutmenschen“ handelte, schrieb Roland Tichy zur Begründung der Löschung dieses Beitrags:

„Unterstellung von Pathologie ist für TE keine politische Diskussionsbasis. Davon distanzieren wir uns ausdrücklich. Roland Tichy und Redaktion bedauern das und bitten um Entschuldigung.“

Ich empfehle den Achse-Betreibern dringend, dem Beispiel des hervorragenden Journalisten Roland Tichy zu folgen.

Detlef Gürtler

6 comments

  1. Kosher Nostra says:

    Die zu klärende Fachfrage wäre:
    Gibt es bei manchen Mitbürgern eine „pathologische Obsession“ bezüglich WKII & III.Reich?
    Oh, ganz gewiss gibt es diese!
    Die geläufigste Form ist sicherlich der von der „jüdischen Weltverschwörung“ und Ähnlichem heimgesuchte Dunkeltaps, der auch gerne auch vom „präventiven Angriffskrieg gegen den in Lauerstellung befindlichen Iwan“ redet, der sich mit den „Krummnasen“ gegen Deutschland verschworen hatte.

    Der von der anderen, der „guten Seite“ vorgetragene Irrsinn, klingt dann so:
    „Die ganze Welt beneidet uns um dieses Denkmal.“ (Holcaust-Mahnmal)
    Und natürlich ist das darauf bestehen, daß man ein ganz besonderes Verbrechen begangen hat krank. Absolut krank!
    Der Stolz, besonders organisiert und gründlich gemordet zu haben, nicht wie der primitive Iwan, der einfach nur im Gulag wahllos Leute abgeschlachtet hat, ist
    eine spezielle Form von Stolz auf die eigene Perversion.
    Aber in jedem Fall eine „pathologische Obsession“.

    • Detlef Gürtler says:

      Ich will überhaupt nicht klären, ob es (theoretisch oder praktisch) Obsessionen im Zusammenhang mit dem 3. Reich gibt, und ob diese pathologisch sind. Dafür gibt es gut ausgebildete Spezialisten. Im hier kritisierten Beitrag hingegen sind in einem Schwung sämtliche politischen Gegner so bezeichnet worden, und die Pathologisierung von Andersdenkenden ist schlicht eine inakzeptable Verrohung der Sitten im politischen Diskurs.

      • Kosher Nostra says:

        Ist es nicht so, daß, wer sich in einem Gut-Richtig, Krank-Gesund System bewegt, automatisch eine schlechte, eine „pathologische“ Seite mitdenkt/definiert?
        Begriffe, wie „krank“, „entartet“ mögen nicht schön sein, doch sie treffen (leider) zu.
        Auf einen Mann wie z.B. Lyssenko* trifft „krank“ etc mit Sicherheit zu.
        Sprachlich etwas weiter gedacht: Bezeichnungen, wie z.B. „Helfersyndrom“ oder „Co-Abhängigkeit“ sind ganz sicher anerkannte Beschreibungen eines evaluierten Krankeitsbildes. Die Rufer von, „es kommen nur Fachkräfte“ und „es kommen nur Verbrecher“ sind doch ganz sicher „Gestörte“.
        Es ist ein Krankheitsbild, wenn man nicht in der Lage ist, die Realität zu erkennen. Das sollte nicht strittig sein. Oder?
        Die Benennung von rechten und linken Pathologien, ist
        eventuell nicht PC, bleibt aber eine Akt der Aufklärung.

        Wie weit die Tabuisierung gewisser Themen vorangeschritten ist, ein rationaler Ansatz nicht mehr möglich ist, zeigt sich
        z.B. am Beispiel Qatar und VAE.
        Dort ist es seit 2012 verboten, ohne vorherigen Gentest zu heiraten.
        Warum? Weil die muslimische Inzucht zu einer existentiellen Bedrohung des „Volkskörpers“ (finde gerade keinen passenderen Begriff) wurde.
        (Die WHO Daten dazu sind eindeutig: Da wo Islam, da sind die höchsten Missbildungsraten und niedrigsten IQ anzutreffen.)
        Dieses Thema wurde in den dortigen Zeitungen besprochen.
        Unstrittig ist, daß dazu hier, in Deutschland, nichts zu lesen war, da es
        ein Tabuthema ist.
        Nur, wie jeder Wissenschaftler weiß, ob etwas wahr oder falsch ist,
        Faktoren miteinander korrelieren o.ä., hat nichts damit zu tun, ob ein Thema mit Tabus belegt ist.

        *https://de.wikipedia.org/wiki/Trofim_Denissowitsch_Lyssenko

        • Detlef Gürtler says:

          Obiger Kommentar von „Kosher Nostra“ enthält IMHO mehrere falsche Tatsachenbehauptungen. So etwas kann dazu führen, dass ein Kommentar auf dieser Seite gelöscht oder gar nicht erst freigeschaltet wird. Zudem ist die Gleichsetzung von „schlecht“ und „pathologisch“ blödsinnig, genauso wie die Behauptung, es gebe so etwas wie „rechte und linke Pathologien“. Wer darüber weiter herumschwurbeln will, mag das gerne anderswo tun, aber nicht hier.

  2. stefanolix says:

    Ich habe damals einen der vehementesten Artikel gegen den kurzzeitig auf Herrn Tichys Plattform erschienenen Artikel geschrieben (und der führte auch mit zum Umdenken):

    https://stefanolix.wordpress.com/2017/01/07/pathologisierung/

    Ich bin also gegen Pathologisierung – egal, aus welcher politischen Ecke sie kommen mag. Aber es gibt Unterschiede zwischen dem Satz aus dem oben verlinkten Artikel und dem damals kritisierten Artikel.

    Erstens baute der Artikel damals /komplett/ auf Pathologisierung auf und steigerte sich geradezu hinein. Das ist hier nicht der Fall. Zweitens bezog sich die Pathologisierung damals auf eine abgrenzbare Gruppe von Menschen, hier eher auf eine Verhaltensweise.

    Insgesamt ist der kritisierte Absatz großer Mist und sollte weg. Keine Frage. Aber vergleichbar mit dem damaligen Artikel scheint er mir nicht so richtig. Denn es ist nur ein Absatz aus einem Artikel, der Pathologisierung eben nicht zum Thema hat.

    • Detlef Gürtler says:

      In der Tat handelt es sich bei dem Text, um den es hier geht, um eine andere Dimension, besser, ein anderes Dimensiönchen, als bei dem Fritz-Text damals auf TE. Soll man deshalb „Der tut nichts, der will ja nur spielen“ sagen? Ich möchte schlicht, dass Publizisten auch im Netz ihrer Verantwortung gerecht werden. Das habe ich damals an Tichys Reaktion geschätzt (so journalistisch ernsthaft kannte ich ihn auch von früher) – und das vermisse ich leider immer, immer wieder bei den Achsen-Machern.

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