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(R)echte Fründe

Die scheinheilige Flüchtlingsrhetorik der Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Was ich den selbsternannten Gralshütern des unabhängigen und unbequemen Journalismus wahrlich nicht vorwerfen kann, ist Hass und Hetze auf Minderheiten. Denn ja: Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten erinnern immer wieder an die Menschenrechte.

So warnten sie jüngst unter der Überschrift „Wahlkampf: Bundesregierung will Handys von Asylbewerbern kontrollieren“ vor einem „fragwürdigen Eingriff in die Privatsphäre“. Die Menschenrechte würden „massiv beschränkt“, wenn die Behörden Handys ohne richterlichen Beschluss „durchforsten“ dürften, hieß es in einem weiteren Beitrag zum Thema.

Was geradezu gutmenschlich klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als sanftes Intro für unsanfte Kritik. Denn die anschließende Botschaft lautet: Kontrollen wären „nicht nötig, wenn sich die Bundesregierung zu einem ordentlichen Grenzschutz und einer kontrollierten Einwanderung aufraffen könnte“ (zudem konstatieren die DWN Wahlkampf-Kalkül, um „vor allem der AfD“ das Wasser abzugraben).

Die Logik leuchtet ein; wenn Flüchtlinge bleiben müssen, wo sie sind, können sie schließlich auch nicht kontrolliert werden. Aber schon eindrucksvoll, wie sich vermeintlich „echte Fründe“ (deren Verlässlichkeit in der Not die „Höhner“ besingen) innerhalb weniger Zeilen als Befürworter einer restriktiven Flüchtlingspolitik outen. Am Ende der Lektüre bleibt der Eindruck: Die menschenfreundlichen Töne sind hübsche Garnitur für hässliche Botschaften.

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