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Kategorie: Kolja Bonke

But Bonke is an Honourable Man!

Eine der großartigsten Reden aller Zeiten ist die (so nie gehaltene, sondern von Shakespeare gedichtete) Ansprache Marc Antons bei der Beerdigung von Julius Cäsar. Dem Redner gelingt es meisterhaft, die anfänglich zurückhaltende Stimmung der Anwesenden in rasenden Hass gegen die Cäsar-Mörder Brutus und Cassius zu verwandeln. Sein wichtigstes Stilmittel ist die Wiederholung des Satzes „But Brutus is an Honourable Man“ – zuerst neutral als Beschreibung vom Hörensagen verwendet, im Lauf der Rede mit immer neuen Untaten verknüpft, bis sich das „Ehrenwerte“ in sein genaues Gegenteil verkehrt.

Eben dieses Stilmittel gehört zu den Spezialitäten von Kolja Bonke. Bonke hat nichts mit völkischer Gesinnung oder Fremdenfeindlichkeit zu tun. Bonkes ursprünglicher Twitter-Account wurde im Februar 2016 gesperrt, nachdem er in Bezug auf Bundesjustizminister Heiko Maas fragte, „ob man seine Untätigkeit noch auf Inkompetenz zurückführen kann oder ob er schon kriminell handelt“. Aber Bonke hat nichts mit völkischer Gesinnung oder Fremdenfeindlichkeit zu tun. „Wer rechts ist, fliegt raus“, schrieb damals die „Junge Freiheit“. Aber Bonke hat nichts mit völkischer Gesinnung oder Fremdenfeindlichkeit zu tun.

Typisch für Bonke ist es, irgendwelche Meldungen, die irgendwas mit Kriminalität zu tun haben, mit dem Hinweis zu verbinden, das habe „absolut nichts mit muslimischer Masseneinwanderung zu tun“. Da kann es um aggressiveres Verhalten von Patienten in der Notaufnahme von Krankenhäusern gehen (wo es keinen offensichtlichen Grund gibt, einen Zusammenhang zu Muslimen herzustellen) oder um die Zunahme antisemitischer Straftaten (wo der Text sowohl Islamisten als auch Rechtsextreme als Tätergruppen nennt): Eine inhaltlich zumindest fragliche, aber sprachlich ständig wiederholte Verbindung zur „muslimischen Masseneinwanderung“ soll genau diese Verbindung im Kopf verfestigen.

Aber Bonke hat nichts mit völkischer Gesinnung oder Fremdenfeindlichkeit zu tun.